Der Schufa-Score

Die Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, ist eine private Wirtschaftsauskunftei. Der Hauptsitz der Schufa befindet sich in Wiesbaden und unter den deutschlandweiten privaten Auskunfteien hat sie eine besondere Stellung, unter anderem aufgrund der Vielzahl und Vielfalt ihrer Geschäftspartner. In der Schufa-Datenbank werden, spätestens bei Eröffnung eines Girokontos oder wenn ein Kredit aufgenommen wird, die Kontaktdaten eines Kontoinhabers erfasst und zum sogenannten Schufa-Score verrechnet. Nahezu alle Kreditinstitute beziehen Auskünfte von der Schufa, bevor sie einen Kredit vergeben. Die Verträge mit ihren Kunden lassen sie als positive Einträge in der Schufa-Datenbank vermerken. Sofern bei der Vertragsabwicklung Schwierigkeiten, beispielsweise Zahlungsprobleme auftreten, werden diese ebenfalls, und zwar als Negativeintragung, in der Schufa vermerkt. Weitere Geschäftspartner der Schufa sind Anbieter von Telekommunikation, Versandhäuser, Onlineshops, Kreditkartenanbieter oder auch Leasinggesellschaften. Sie alle schließen Verträge ab, mit denen sich der Kunde als Verbraucher für mehrere Monate oder Jahre bindet. Ein Mobilfunkvertrag läuft über zwei, der Kreditvertrag über fünf Jahre, und der Festnetzvertrag oder der Kreditkartenvertrag unbefristet auf unbestimmte Zeit.

Schufa-Score fasst alle Eintragungen zusammen

Sämtliche positive und negative Schufa-Eintragungen werden zu einem rechnerischen Wert, dem sogenannten Schufa-Score, zusammengefasst und können nur durch Einwilligung des Kunden an die Bank oder ein Unternehmen übermittelt werden. Nach welchen Kriterien dies geschieht, ist ein Geschäftsgeheimnis der Schufa. Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung bestätigt, dass dieses Geschäftsgeheimnis „unantastbar“ ist. Der Bürger hat nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes zwar einmal jährlich Anspruch auf eine kostenlose Auskunft über seinen Schufa-Score, nicht jedoch darüber, wie dieser ermittelt wird. Diese kann online beantragt werden.

Allgemein gilt:

  • Alles, was in der Schufa steht, wird bei der Errechnung des Schufa-Scores einbezogen
  • Umgekehrt kann nur das bewertet werden, was in der Schufa steht
  • Finanzielle Verbindlichkeiten in die Zukunft hinein haben Einfluss auf den Score
  • Vertragstreue, also die Einhaltung bestehender Verträge, wirkt sich positiv aus
  • Jegliche Vertragsverstöße haben negativen Einfluss auf den Schufa-Score
  • Sogenannte harte Kriterien wie Offenbarungseid, Privatinsolvenz, Haftstrafe oder Straftaten können den Score bis auf 0 Prozent absinken lassen
  • Der Schufa-Score errechnet sich in Prozentpunkten
  • Je höher der Prozentsatz an die eher theoretische Bestmarke 100 Prozent heranreicht, umso besser ist der Score und somit die Bonität, also die Kreditwürdigkeit

Welche Auswirkungen hat ein geringer Schufa-Score?

Vor Vertragsabschluss, beispielsweise für ein Handy oder Kredite, wird die Schufa eingesehen. Der Kunde willigt ein, indem er die Schufa-Klausel unterzeichnet. Lehnt er die Schufa-Einsicht des Mobilfunkanbieters allerdings ab, ist das Verkaufsgespräch beendet. Der Basisscore ist die entscheidende Grundlage für ein Zustandekommen des Mobilfunkvertrag. Ein niedriger, ein schwacher oder gar schlechter Score ist gleichbedeutend mit einer dauerhaften oder latenten Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise Unzuverlässigkeit des Kunden. Jeder Schufa-Geschäftspartner hat seine eigenen, individuellen Vorstellungen zur Bonitätsbewertung. Ein Schufa-Score ab achtzig Prozent aufwärts gilt als gut bis sehr gut. Der Score sollte nicht unter fünfzig Prozent liegen, denn alle Prozentpunkte darunter stehen für die niedrige Bonität einer Person. Ein Vertragsabschluss ist nicht in solchen Fällen nicht ausgeschlossen, in vielen Fällen aber sehr unwahrscheinlich.